Del Pirineos al Mediterráneo

Zu Fuß von den katalanischen Pyrenäen nahe Andorra zum Mittelmeer ans Cap de Creus (ca. 250 km).

Dagmar, der Eingebung folgend

Die Idee zu diesem Weg war eine Art Eingebung. Sicher, schon länger möchte ich die gesamten Pyrenäen vom Atlantik zum Mittelmeer in einem Stück durchwandern. Doch da ich als Wander-Guide sowieso schon so viel unterwegs bin, hat es für mich zeitlich bisher noch nicht gepasst. Dieses Jahr habe ich meine Touren für den Herbst so gelegt, dass ich 4 Wochen Zeit zwischen einer Trekkking-Tour in den Pyrenäen und Andalusien habe und anschließend eine weitere Woche bis zu einer Mallorca Tour.

Open space… für was auch immer

… dachte ich. Für die gesamten Pyrenäen würde die Zeit nicht reichen, doch dann kam die Eingebung, meine drei „Arbeits“- Touren zu Fuß oder zumindest ohne zu fliegen zu verbinden. Eine innere Stimme sagte „mach das, wie auch immer, du brauchst noch keinen Plan, er kommt beim Gehen…“

Und so wurde diese Tour für mich zu einer symbolischen Tour, mich langsam fortbewegen, (wieder) zu reisen ohne zu fliegen und damit auch eine Art solidarisches Projekt zur fridays-for-future- Bewegung. Seit Jahren reduziere ich die durch meine Arbeit bedingtem Flüge aufs Minimum. Dennoch bleibt eine gewisse Anzahl, auch durch die Flüge der Gäste, die zu meinen Touren kommen.

Durch meine symbolische Wanderung erhoffe ich mir Impulse für eine „andere Art“ des Reisens auch im touristischen Bereich zu bekommen – und vielleicht auch zu geben. Das ist einer der Gründe, warum ich darüber schreibe.

Und um mich zu verbinden mit Freundinnen und Freunden. Ihr seid im Herzen mit dabei!

Über den verborgenen Seen

Blick vom Gipfel des Montmalus auf den Estany (catalanisch für See) Montmalus – genau dazwischen verläuft die Grenze Spnien – Andorra

Estany de L‘Illa in Andorra

hinter mir der Circ de Pessons

Ich starte Ende August in den katalanischen Pyrenäen zunächst zu einer Rundtour – la Routa des Estanys Amagats – „die Route der verborgenen Seen“, die auch über Andorra führt. Eine großartige Landschaft hoch oben zwischen 2.000m bis über 2.800m.

Auf diesen Höhen bewege ich mich die ersten Wochen meistens. Zunächst alleine, übernachte draußen im Biwak, eiskalte, klare Bergluft in der Nacht – und im Gesicht.

Morgens zum Aufwachen das Glockengeläute der Kühe und Pferde. Sie kommen auf die Hochweiden, klettern auf über 2.500 m. Später mache ich diese Tour noch einmal mit einer kleinen süßen Wikinger Gruppe (wir sind zusammen 7).

Cerdanya

Danach geht es für mich los: von dem kleinen Bergdorf Prullans im Hochtal der Cerdanya (nahe Andorra) hinauf ins Gebirge und dann meist auf dem GR 11 bis zum Mittelmeer…

Estany de L‘Illa in Andorra

Hinter mir der Circ de Pessons, mit 25 Seen wie an einer Perlenschnur… Ehemals von den Eiszeiten geformt … die „verborgenen Seen“! Eine großartige Landschaft auf 2.500 – 2.800 m Höhe.

Ich übernachte bei den Kühen, manchmal kam mir der Gedanke, ob sie mir nicht mal aus Versehen auf den Kopf kacken … so wie bei diesem Bilderbuch mit dem Maulwurf…

Ich übernachte bei den Kühen

Manchmal beim Aufwachen nachts sehe ich eine Sternschnuppe.

Impressionen beim Passieren des höchsten Passes auf dem GR 11 – mit Gewitterwarnung im Nacken breche ich ganz früh morgens auf.

Pyrenäengemsen

Pyrenäengemsen und Murmeltiere begleiten mich auf den Höhen – ups, noch ein bisschen Schnee!

Ich bin auf ca. 2.800 m: Gewitter über dem Hochtal der Cerdanya.  

Immer wieder gibt es Gewitter seit ich auf dem Weg bin. Ich muss flexibel sein mit meiner Route, manchmal kauere ich für 2-3 Stunden, um das Gewitter vorbeiziehen zu lassen… Geduld … und natürlich komme ich nicht so schnell voran wie erwartet …

Gaskartuschen gesucht

Eine der größten Aufgaben ist übrigens, Schraub-Gaskartuschen für meinen Kocher aufzutreiben …

Am Anfang kochte ich auf offenem Feuer; in den Bergen, wo es feucht und kalt ist nachts, geht das noch. Wenn ich weiter zur Küste komme, geht das aufgrund der Brandgefahr nicht mehr. Nach langer Suche hat letztlich der Koch im Ecohotel in Prullans noch einen Vorrat an Kartuschen, da er oft per Rad outdoomäßig unterwegs ist – meine „Rettung“!!!

Über den verborgenen Seen

Glücklich
Fußbad (kalt)

Toll so ein kaltes Fußbad im Bergbach..

Schmugglerpass

… am Schmugglerpass an der spanisch-andorrianischen Grenze

kalt… eiskalt

… das Bad in diesem Pool ist eiskalt !!! An der Molí de Salt – früher wurde hier eine Mühle betrieben.

Yeah!
Ein kleiner Schmuck-Anhänger ?
… immer wieder begleiten mich gute Geister

Eine weitere größere Herausforderung ist, überhaupt (Mobilfunk-) Netz auf meinem Weg zu finden – deswegen sind die Berichte von mit etwas rudimentär …

Fortsetzung folgt.